Pu Erh Tee

Diese Spezialität, benannt nach dem alten Teehandelsplatz Pu’Er, dürfte eine Erfindung der in Südchina beheimateten sino-tibetischen Ethnien sein. Bis heute ist das Kerngebiet der Pu-Erh-Herstellung die Region Xishanbanna an der Grenze zu Myanmar, und insbesondere die Orte Linchang und Simao. Die Dörfer Mang Jing und Yin Mai, in denen Ethnien der Bulang und Dai leben, gehören zu den absoluten Spitzenproduzenten der Region.

Grundsätzlich gibt es zwei Varianten Pu-Erh-Tee, den grünen und den dunklen Pu-Erh. Basis beider ist ein grüner Rohtee. Hierfür werden die frischen Blätter kurz sterilisiert, gerollt und dann in der Sonne getrocknet. Dieser Rohtee wird immer aus den Blättern der Ur-Teepflanze hergestellt. Pu-Erh-Tees aus Plantagenblättern eignen sich nicht, da diese nicht das gewünschte Aroma erreichen.
Der grüne Pu-Erh reift für viele Jahre, nachdem er zu einem ‚Tuo Cha’-Teenest, oder einer ‚Qi Zhi Bing’-Scheibe gepresst worden ist. Anders bei dem ‚Hei’ (dunklen) Pu-Erh, hier wird der Rohtee einer Fermentation unterzogen. Zu Mieten aufgeschüttet wird er bis zu sechs Monate feucht gehalten und dabei entwickeln sich verschiedenste Gär- und Oxidationsprozesse. Diese Prozesse werden durch das Trocknen bei 110° C abgebrochen und der Tee wird entweder als Blatttee gradiert verkauft oder zu Tuo Cha und Qi Zhi Bing gepresst. Auch diese werden gerne über Jahre gereift, da die Qualität im Laufe der Zeit zunimmt. 20 – 30 Jahre alte Pu-Erh-Tees (chin.: Lao Sheng Cha) erzielen in Märkten wie Honkong oder Singapur astronomische Preise.
Das Pressen von Tee hat in China eine lange Tradition. Für den Transport der Tees aus den südlichen Provinzen entlang der Seidenstraße erwiesen sich die zu Ziegeln, Scheiben oder Nester gepressten Tees als ideal, da sie wenig Platz benötigten und unbeschadet lange Reisen überstanden. Der zentrale Handelsplatz, von dem die Handelskarawanen ihre Reise entlang der Seidenstraße begannen, war jene legendäre Stadt Pu’Er.

Zu der Wirkungsweise von Pu-Erh-Tee gibt es im Westen viele skurrile Geschichten. Spricht man in China über Pu-Erh, so erhält man die Aussage, dass Pu-Erh gut als Digestiv nach schwerem, fettigem Essen ist. Ansonsten wird Pu-Erh hauptsächlich des Genusses wegen getrunken. In der ‚Gong Fu’ (zeremoniellen Methode der Zubereitung) werden die Blätter zigmal mit heißem Wasser aufgegossen. Hier zeigt sich sehr schnell die Qualität eines Tees. Minderwertige Pu-Erhs haben nach dem 2 - 3 Aufguss kein Aroma mehr, hochwertige Tees halten locker bis zu zehn Aufgüsse aus, und das bei steigendem Aroma. Der erste Aufguss wird übrigens nur zum Ausspülen der Teeschalen benutzt und dann weggegossen. Man bezeichnet dies als Waschen des Tees.

Wie bei allen Tees kommt es auch bei Pu-Erh auf die Qualität an. Man tut sich keinen Gefallen mit schlechter minderwertiger Ware. Diese ist weder geschmacklich noch von der Wirkungsweise von irgendeinem Nutzen. Insbesondere beim Pu-Erh sind mindere Qualitäten ein Graus, während gute Pu-Erh Tees ein Hochgenuss sein können. Wenn sie dann noch gereift sind, entwickeln sie wunderbar erdig-vanillige Aromen, wobei die erdige Komponente im Laufe des Alters immer weiter in den Hintergrund tritt.

Glücklicherweise feiert Pu-Erh gerade wieder ein Revival nachdem vor einigen Jahren, als der Boom ausbrach, viele minderwertige Tees, zudem auch noch voller Pestizidrückstände, den Ruf dieses traditionellen Kulturgutes beschädigt hatten.

- Pu-Erh ist ein traditionelles Produkt aus dem Süden Chinas
- Gereift wird der Tee immer hochwertiger
- Viele Aufgüsse von guten Qualitäten
- Eine Erfindung der ethnischen Minoritäten
- Nur gut aus den Blättern der Ur-Teepflanze
- Wilder Grüntee und wilder Schwarztee

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